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Der Siegeszug der Universität ist eine der großen Erfolgsgeschichten der Moderne. Nichtsdestotrotz hat die Rede von ihrer Krise, ja sogar von ihrem Ruin Konjunktur. In vielen Fakultäten hat sich ein unglückliches Bewusstsein ausgebildet, das sich durch Feindschaft gegen die Institution erleichtert. Insbesondere unter Intellektuellen gehört Antiakademismus zum guten Ton. Ausgehend von dieser Diagnose will sich das 15. Blankensee-Colloquium der Geschichte und Theorie des Antiakademismus widmen, denn das Phänomen existiert, seitdem es Universitäten gibt. Davon zeugen die Gelehrtenparodien der Frühen Neuzeit ebenso wie diverse politische Versuche, die Universitäten zu entmachten oder abzuschaffen. Doch die Institution Universität überstand bewaffnete und pazifistische Angriffe jeder politischer Couleur mehr oder weniger unbeschadet und ging letztlich aus allen Auseinandersetzungen gestärkt hervor. Antiakademismus und Universität scheinen aufeinander angewiesen zu sein. Wie konnte diese Wechselwirtschaft zum Motor theoretischer Erneuerung werden? Welche Rollenmodelle, Bewegungen, Gattungen und Institutionen gingen aus ihr hervor? Gibt es außerhalb von Krisendiskursen andere Modi akademischer Selbstverständigung? Ist Antiakademismus heute jenseits einer Pose naheliegender Kritik zu haben? Was bedeuten diese Fragen für die Universität als Ausbildungsort, Forschungsstätte und Utopie?

Zeiten | Beginn: Donnerstag, 16. März 2017 10:00h | Freitag, 17. März 2017 19h: Keynote von Geoffroy de Lagasnerie | Samstag, 18. März ab 15h: Abschließender Workshop

Ort | Haus der Kulturen der Welt, Konferenzsaal 1

Konferenzsprache ist Deutsch. Während der gesamten Konferenz wird Simultanübersetzung Deutsch-Englisch angeboten.